WORKSHOP

Nähtechnik:    einfache Naht einfache Kappnaht doppelte Kappnaht
Animierte Demos: Zur Betrachtung ist der Flash Player erforderlich
 

Patchwork / Quilttechnik

 

Warum ein Workshop?
Weil ich in der deutschsprachigen Drachenszene eine Anleitung gesucht habe und nicht fündig wurde. Vielleicht machen meine Tipps Mut, einmal diese Technik auszuprobieren.
Es gab einen englischsprachigen Workshop, welcher mir auch einige Anregungen gegeben hat. Leider betreibt Kai Griebenow seine HP nicht mehr aktiv. 
Da ich inzwischen einige Erfahrungen gesammelt habe und dabei verschiedene Ideen entwickelte, möchte ich diese an alle, welche sich auf diesem Gebiet verwirklichen oder probieren möchten weitergeben.
Die Quilttechnik und Patchwork ist in den USA sehr verbreitet. Es gibt auf diesem Gebiet tolle Künstler. Im Drachenbau gestaltet sich diese Technik etwas anders als mit traditionellen Stoffen. Oft hört man die Begründung, ich verwende in der Drachengestaltung Quilts oder Patchwork um auch das kleinste Schnipsel Stoff sinnvoll zu verarbeiten.
Das mag klappen, wenn es dabei nicht so sehr auf  Farben ankommt.
Möchte man aber einen Drachen mit einer bestimmten Farbkombination herstellen, dann muss man doch das Material meterweise kaufen, danach zerschneiden, um es dann wieder zusammenzunähen. Ist das nicht toll?

 

Was braucht man dazu:

Zuerst einmal die Idee. Mir hilft dabei der Computer und ein Grafikprogramm.
Ich erstelle mein Drachenmodell maßstabgetreu in Corel Draw und bin dann in der Lage, alle möglichen Farb- und Gestaltungsvarianten auszuprobieren.

Was braucht man noch? Ein langes Lineal oder eine Schiene, Cutter, eventuell einen Lötkolben, Schneideunterlage, eventuell Schablonen (je nach Muster), Nähmaschine, Segeltuch, Büroklammern, viel Geduld. Aber Achtung, es ist nur eine Schritt für Schritterklärung dieser Technik und nur um diese geht es hier. Diese ist auf jegliche Grundformen anwendbar. Einen Bauplan lasse ich vielleicht später folgen.

 

Zur Demonstration gehen wir nachfolgendes Design an: Zuerst schneide ich mir in der Farbe meiner Wahl lange Streifen in gleicher, absolut gleicher Breite.
Die Breite als solche, spielt nur bezüglich des Designs eine Rolle. Ansonsten ist das egal. 
Ich habe mir ein 6 cm breites Lineal besorgt um  schöne gleichmäßig breite Streifen zu erhalten.
Ich schneide diese Streifen mit einem Cutter auf einer Hartfaserplatte, das schont die Gesundheit.
Natürlich ist das auch mit dem Lötkolben möglich. Ich mag das nicht so sehr, da mir die Dämpfe nicht ganz geheuer sind.

Nun schneide ich mir meine Grundteile für den Quilt zurecht.
In diesem Fall sind das Rechtecke in einer Größe 10 x 10 cm. Diese müssen unbedingt gleich groß sein, ansonsten gibt es später eine böse Überraschung.

 

Also es geht los, wie im Bild zu sehen Quadrat 10 X 10 cm an dieses wird der rechte Streifen mit einer einfachen oder doppelten Kappnaht ( Animation) angenäht
.
Es gibt die Möglichkeit die zwei Teile mittels Klebeband, dem Punktieren mit einem Lötkolben dem traditionellen Heften, oder wie ich es mache, mit Büroklammern zu fixieren.

 

Ich nutze die einfache Kappnaht. (Animation). Denn in diesem speziellen Fall habe ich die Möglichkeit kleine  Korrekturen vorzunehmen, welche für das Endergebnis von großer Bedeutung sein können.

 

 

Nun schneide ich den überstehenden Streifen mit einem Cutter ab.

 

Das ganze wird um 45 ° gedreht, der nächste Streifen wird angelegt und wiederum mit einer einfachen Kappnaht angenäht. Achtung!!! Die Drehrichtung muss immer dieselbe sein, sonst gibt es am Ende ein böses Erwachen.
Der überstehende Streifen wird wiederum abgeschnitten.   

 

Das ganze Spiel wiederholt sich, bis das Rechteck die geplante Größe erreicht. Und immer wieder messen, messen und messen. Wenn das Quadrat erst einmal fertig ist, gibt es keine Möglichkeit einer Korrektur. Dazwischen besteht immer noch die Chance leichte Korrekturen mit zu oder Abnahme der Naht vor zu nehmen.

Fertiges Quadrat.

Keine Sorge, die Falten verschwinden noch.

 

Unterschätzt das Problem nicht, sonst kann es Euch passieren, dass es bei den einzelnen Quadraten keine sauberen Übergänge gibt. Für mich muss ein Drachen gut fliegen, er muss aber auch am Boden eine gute Figur machen.

 

Ja, nun sollten irgendwann einmal 12 Quadrate fertig genäht sein. Diese gilt es nun zusammenzunähen. Vorher kann man durch verdrehen der Blöcke immer wieder neue Musterkombinationen hervorzaubern

 

Das geschieht am besten in dem man erst einmal 6 Paare näht. Ich empfehle hier die doppelte Kappnaht. Da kommt man besser mit der Symmetrie hin. Nun näht man die neu entstandenen Flächen wieder paarweise zusammen und so weiter. Nun sollte schon die zukünftige Form unseres Drachens erkennbar sein.
Letztendlich ist die Endform egal. Diese Technik ist für alle Formen einsetzbar.

Scott Scinner und Kai Griebenow empfehlen 50% mehr Teile als notwendig zu nähen.
Das hat natürlich den Vorteil das man eine größere Auswahl hat, um eventuelle Ungenauigkeiten auszugleichen.
Aus dem restlichen Material kann man dann passende Schwänze, Banner oder Taschen nähen.

Nun gut, ich habe durch saubere Arbeit versucht, nur die für mein Projekt notwendigen Paneele zu nähen. Mein Ziel war es, 5 Sode Dako in dieser Technik zu nähen. Diese sollen in Kette geflogen werden

 

Ich habe für die Kompletterstellung  der 5 Sode Dako Drachen etwa 200 h benötigt, 950 Teile vernäht und 2,5 km Garn verarbeitet.

Nur Mut! Ich würde mich freuen, Eure tollen Werke einmal betrachten zu können.

Viel Spaß  ~

 

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