Ahmedabad Internationales Drachenfest  2007

 

Mein Schleierdelta

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Ich freute mich zum 2. Mal nach Indien reisen zu dürfen. 

Ich erhielt zwar eine Einladung, ob das dann auch wirklich mit der Reise klappt, kristallisierte sich erst in den letzten Stunden vor der eigentlichen Abreise heraus.

Also indische Geduld annehmen und einfach abwarten. Manfred und seine Frau Elke erhielten ebenfalls eine Bestätigung, so dass wir gemeinsam reisen konnten.

Am Montag den 08.01.2007  starteten wir zu mit dem Pkw  nach Frankfurt am Main.

 

Die vorgesehene Reiseroute  war Frankfurt – Mailand – Mumbay – Ahmedabad.

 

Wir starteten pünktlich mit einer kleinen Maschine Richtung Mailand. Da es starken Nebel gab, landete die Maschine nicht wie vorgesehen in Malpensa, sondern in Milano – Limate.

 

Also mussten wir mit dem Bus nach Milano Malpensa. Als wir auf dem Malpensa - Flughafen eintrafen, erwartete uns eine böse Überraschung. Unser Flug  nach Bombay war gestrichen.

Also Gepäck ranschaffen,  neuen Flug aushandeln, viel warten und anstehen. Mehrere Telefonate mit Mister Rao in Indien folgten, da unser Anschlussflug von Bombay nach Ahmedabad ins Wasser fiel. 

Am nächsten Morgen starteten wir pünktlich in Richtung Indien  Der Flug verlief problemlos, so das wir pünktlich in den Abendstunden in Bombay landeten. Gepäck auslösen  und hinein in das pulsierende Leben  einer 28 Millionen Stadt. Wir mussten nämlich vom internationalen Flughafen  „Sahar“ zum nationalen Flughafen „Santa Cruz“. Schon das Beladen des Taxis war abenteuerlich. Das Taxi war viel zu klein für unser umfangreiches Gepäck. Die Koffer wurden mit Stricken verzurrt und die Drachen ab aufs Dach. Wir, noch winterlich gekleidet, stürzten uns in die feuchtwarme Hitze Bombays. Und ab ging es, in üblicher indischer Fahrweise, mit viel Hupen und Geschlängel zum nationalen Flughafen.  Die Formalitäten verliefen  problemlos, so das wir erst einmal  zur Ruhe kommen konnten. Im Gebäude trafen wir Peter Stauffer, einen Drachenfreund aus Australien.  Die Wartezeit verging recht schnell, so dass wir mit einer super modernen  Maschine der Air Kingfisher zu unserem  eigentlichen Ziel  der Stadt Ahmedabad  weiterfliegen konnten. Um 24.00 Uhr europäischer Zeit  oder 4.30 Uhr indischer Zeit trafen wir am Donnerstagmorgen den 11.01.2007 in Ahmedabad  ein. Wir wurden mit einem Bus vom Flughafen von Mangal unserem indischen Begleiter abgeholt und zum Hotel gebracht. Nach den üblichen Formalitäten hieß es, es gibt  in 2 h  Frühstück. Von nun an galt es, eine Woche beim Inder Essen gehen. Danach fuhren wir zum eigentlichen Festplatz  am Fluss Sabarmati. Es war schon alles vorbereitet, die Kabinen für die Drachen standen, dass gesamte Flugareal war mit grünen roten Tüchern bedeckt, was sich später als sehr angenehm herausstellte. Es ist Winter in Ahmedabad, 30 Grad im Schatten und absolut trocken. Diese Maßnahme rettete uns davor, im Staub zu ersticken.

Am Nachmittag wurde das internationale Drachenfest  offiziell eröffnet. Alle Drachenflieger bezogen die Kabinen und  bauten ihre Drachen auf. Angereist waren Drachenfreunde aus  Frankreich, Finnland Dänemark,  China, Kambotcha Belgien Australien, Indonesien, Italien, Libanon, Niederland, Südkoreas, Singapur, Spanien, Srilanka, Tailand Türkei, England Deutschland und den indischen  Provinzen und Städten:  Ahmedabad,  Rajkot, Vadora, Navsari, Dhanu, Mumbai Jodhpur, Deli Hyderabad, Bangalore,  Mangalore. Die Vertreter der Nationen formierten sich und stellten sich den geladenen Gästen vor. Es folgte ein tolles Showprogramm. Danach  ging es zurück zu unseren Standplätzen und nun hieß es, endlich Drachenfliegen.

Der Wind blies  eine 2-3, so dass ein angenehmes Fliegen möglich war. Danach fuhren wir zum Abendessen und zurück ins Hotel.  Am Freitag 7:00 Uhr Frühstück  und danach ab in die Altstadt. Wir bekamen eine professionelle Führung durch ein Gewirr von Straßen Fluren und Gassen. Immer begleiten von ohrenbetäubenden  Geräuschen und Hupen der Tuk Tuks , Zweiräder und Pkws.  Indien pure, Indien ist ein Land der Gegensätze. Man kommt von einem Extrem in ein anderes. Von pulsierenden Straßen,  zu stillen Tempeln, von Slums zu Hochglanzgebäuden. Vom Bettelmönch zum Topmanager. Indien befindet sich im Wandel, dass ist unübersehbar. Reich an Photos und Eindrücken fuhren wir  zum Festplatz. Bei gutem Wind flogen wir bis zum Abend unsere Drachen, gaben Interviews und Autogramme, beantworteten Fragen und knüpften neue Kontakte. Zum Abendessen fuhren wir dann gemeinsam zum Tirupati Natural Park.  Das ist eine Art Vergnügungspark  mit traditionellem irdischen Empfang und Essen.

Samstag: Die Reise begann um 7:00 Uhr in das 90 km entfernte Petlad. Wir wurden auf dem Festgelände der Stadt herzlich empfangen. Alles wat toll geschmückt, es wurde indische Musik gespielt, die Menschen jubelten uns herzlich zu. Wir sahen  ein tolles Eröffnungsprogramm. Über der Bühne hing ein riesiges Plakat mit der Ankündigung des Drachenfestes. Zu meiner großen Freude entdeckte ich,  dass  auf diesem mein  Openkiel-Delta verewigt wurde. Tausende Kilometer von zu Hause entfernt und man entdeckt seinen Dachen, dass ist schon toll.  Auch hier standen für alle teilnehmende Nationen Kabinen bereit.

Nach dem Ausdekorieren mit unseren Drachen, ging es auf das Flugfeld. Der Wind zeigte sich mit sehr böigen 2-3 Bft. Bei den  Zuschauern brach mit jedem neuen Drachen ein Hurra aus.

Auch hier wurden wieder viele Fragen beantwortet, Autogramme gegeben und natürlich Drachen geflogen. Hier in Petlad wurden die Drachenflieger mit einer Urkunde verabschiedet. Am späten Nachmittag fuhren wir etwas ausgepowert zurück nach Ahmedabad. Am Abend wollten wir es noch einmal wissen, und mieteten uns ein Tuk Tuk um zum hiesigen Drachen Markt ins Zentrum der Stadt zu fahren. Was uns dort erwartete, war einfach unglaublich. Hunderte Menschen drängten sich an den Drachenständen um für den nächsten Tag dem eigentlichen Feiertag einige Patangs, so heißen die in Indien geflogenen Drachen zu erhaschen. Es gab keine Möglichkeit sich nur annähernd gezielt vorwärts zu bewegen.

So mussten wir unser Vorhaben, an diesem Abend einige indische Drachen zu kaufen aufgeben.

Sonntag der 14.01.2007:  Feiertag in Gurarat, an diesem Tag wird das Uttarayan oder auch Makarsakranti gefeiert. Die Familien steigen auf ihre Hausdächer, hören Musik, essen einige Leckereien und lassen natürlich Ihre Patangs steigen. Ziel ist es, den Drachen des Gegners mit der Schnur an welcher der eigene Drachen befestigt ist und welche mit Glasmehl präpariert wurde, die Schnur des Gegners zu durchtrennen. Immer wenn ein Drachen abgetrennt wurde, erklangen laute Rufe der Sieger. Geflogen werden die Drachen in allen Bevölkerungsschichten und in jedem Alter. Wir Europäer haben da kaum eine Chance zu gewinnen. Die Inder sind außerordentlich geschickt und bringen die Drachen selbst in scheinbar ausweglosen Situationen in die richtige Flugposition.

Wir waren bei einer indischen Familie eingeladen, um auf Ihrem Dach gemeinsam mit Ihnen Drachen zu fliegen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass unser Gastgeber der Bürgermeister von Ahmedabad ist. Es war ein netter Tag, mit fielen neuen Eindrücken. Am Abend fuhren wir noch einmal mit dem TUK TUK  in das Stadtzentrum und pilgerten gemütlich ohne Stress durch die Altstadt.  Am Montag besuchten wir noch einige Sehenswürdigkeiten und bereiteten uns am Nachmittag auf unsere Heimreise vor. 17:00 Uhr indischer Zeit fuhren wir dann mit dem Bus zum nationalen Flughafen. Unsere geplante Flugroute war Ahmedabad  - Bombay – Mailand - Frankfurt. In Bombay wurde es noch einmal spannend, denn wir mussten vom nationalen Flughafen zum internationalen Flughafen. Mit verwegener Fahrt ging durch Bombay. Am Flughafen angekommen, war es schon ziemlich stressig, sich mit dem gesamten Gepäck einen Weg durch die Menschenmassen, welche sich dort aufhielten, zu bahnen. Aber irgendwie haben wir es geschafft, uns  zum richtigen Gate durchzukämpfen. Im Flughafen hieß es dann, erst einmal 3 Stunden anstehen, denn der Computer der Alitalia war defekt. Aber irgendwann ging es dann doch in Richtung Mailand. Unser  Blick fiel kurz vor der Landung in eine Nebelsuppe und ließ nichts Gutes erwarten, denn die Zeit bis zum Weiterflug war nur kurz bemessen. Aber die Maschine landete im richtigen Flughafen. Ein Aufatmen…., aber die Freude währte nur kurz, denn die Information „ Flug nach Frankfurt“ ist gestrichen, sprang uns förmlich an. Also Gepäck auslösen, was einige Stunden dauerte und danach neuen Flug besorgen, was sich noch einmal über drei Stunden hinzog. Auch das haben wir bewältigt und kamen gegen 18/19 Uhr in Frankfurt an.

Nach einer anstrengenden Autofahrt hatten wir  dann endlich, nach 34 Stunden Reisezeit das Ziel  erreicht.  Trotz der anstrengenden Reise, war wieder ein tolles Erlebnis, und wird uns lange in Erinnerung bleiben. Wir danken allen Organisatoren und Sponsoren für ihre mühevolle Kleinarbeit und werden die Eindrücke welche uns die indischen Menschen ermöglicht haben, nicht vergessen.

Andreas Napravnik

 

 

Ein Teil der Gruppe