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Internationales Kite Festival 2005 vom 11. bis 14. Januar 2005 in Ahmedabad
(gesprochen Ahmdabad oder auch Ähmdabad)
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2003 erhielt ich die erste Einladung, welche ich aus eigenem Verschulden aber erst 2 Wochen nach Beendigung des Festivals in der Hand hielt. Nun gut dachte ich, die „einmalige Chance“ für immer vergeigt. Im November 2004 trudelte eine weitere Einladung für 2005 ein. Wohl wissend, dass ich einer von vielen bin, machte ich mir keine große Hoffnung, wirklich einmal in Indien Drachen fliegen zu dürfen. Ende November nahm ich dann doch das Heft in die Hand, und damit begann eine aufregende und spannende Zeit. Mein Pass war abgelaufen. Ein neuer wurde beantragt, dieser sollte in der 3. Januarwoche fertig werden. Zu spät, also Verfahren beschleunigen! Etwa 35 Mails, 8 Faxe und einige Anrufe gingen zwischen Indien und mir hin und her. Ob das jemals klappen würde, war unklar. Aber Manfred Schwarz war inzwischen auch bestätigt worden, so dass wir gemeinsam planen konnten. Das indische Visum fehlte, also ab nach Berlin, denn die Beantragungszeit war zu kurz, um das Visa noch rechtzeitig zu erhalten. Weihnachtsfeiertage, alles schwierig, aber wir hielten das Visa dann doch in der Hand. Ob das mit dem Flug klappt, stand in den Sternen. Die Abreise näherte sich zu ihrem Höhepunkt. Gepäckfrage ungeklärt, Faxe und Telefonate mit Air India bezüglich der Gepäckfreigabe - Gepäckfreigabe erfolgt! Flugtickets und Flugtermine immer noch unklar. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass auch Ralf Dietrich mit Eva, Michael Wengemayr, Engelbert Simon und Manfred Lindenlaub nach Ahmedabad reisen. Samstag fuhren Manfred und ich gemeinsam mit dem Auto zum Flughafen Frankfurt. Ticket noch unklar! Zwei Stunden vor Abflug hielten wir das heiß ersehnte Ticket in der Hand, die Reise begann. Erster Flug Frankfurt nach Mumbay (Bombay). Weiterflug mit einer 4-stündigen Verspätung (wegen einer neuen Liebe, O-Ton Pilot). Ankunft in Ahmedabad, warten auf unser Gepäck. Glück gehabt, alles da. Wir wurden von unseren Gastgebern herzlich empfangen und sofort in zwei Gruppen eingeteilt, was bis zum Ende der Reise auch so bleiben sollte. Im Bus waren schon alle auf das Hotel gespannt. Es sollte das Hotel "Nalanda" sein. Ein nettes Hotel, welches auf uns einen guten Eindruck machte. „Wir sind in Indien“. In unserer Gruppe waren Drachenflieger aus Frankreich, Dänemark, Holland, Singapur, USA, Philippinen, Italien, China sowie Manfred und meine Wenigkeit aus Germany. Ich hoffe, niemand vergessen zu haben. Das Zimmer war ok, etwas frisch gemacht, und hinein in das ohrenbetäubende Indien. Ahmedabad, Ballungsraum 4,9 Millionen Einwohner, 80% Hindus, 14% Moslems, höchste Verkehrsdichte an Zweirädern in Südasien.
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Der erste Besuch galt dem örtlichen Kite Markt, was sonst? Beeindruckend die vielen Händler, Patangs über Patangs, so heißen hier die Drachen, Manja, die mit Glasmehl beschichteten Leinen in allen möglichen Farben, ja halt alles, was der Patangkämpfer so braucht. Wir haben uns gleich mit den nötigen Materialien eingedeckt, wer weiß, ob wir noch einmal die Möglichkeit haben, den Markt zu besuchen. Wir hatten! Überall in der Straße Manjahersteller, die Räder und Spulen surren, Farbtöpfe, Bottiche, geschäftiges Treiben rund um die Patangs. Welche Überraschung, am nächsten Morgen in der Regionalpresse ein Bild unseres Besuches auf dem Kite Markt. Alles in Hindi geschrieben, der örtlichen Sprache der Region Gunjarat. Da noch nicht alle Drachenfreunde eingetroffen waren, wurde der erste Tag noch etwas touristisch organisiert. Besuch des Gandhi Ashram, eines Tempels sowie einer Moschee. Ralf und Eva Dietrich trafen inzwischen im Hotel ein. Sie wurden ebenfalls dem Team A zugeteilt. Am nächsten Morgen 6.15 Uhr aus den Federn, Frühstück und ab in das örtliche Polizeistadion zur Eröffnung. Es war grandios, die vielen begeisterten Menschen zu sehen, welche uns im Stadion empfingen. Es folgten Showeinlagen, Ansprachen und die Vorstellung der ausländischen Delegationen. Für jedes beteiligte Land stand eine Art offene Kabine zur Verfügung, welche dann mit den eigenen Drachen dekoriert wurde. Die Zuschauer tobten, als die ersten Drachen am Himmel zu sehen waren. Der Wind war eher mäßig, was uns aber nicht abhalten sollte, alles zu geben, um die Drachen an den Himmel zu bringen. Zwischendurch hieß es Autogramme geben, Fragen beantworten, Hände schütteln. Nach einem offiziellen Empfang mit Abendessen ging ein schöner und anstrengender Tag zu Ende. Am nächsten Morgen 5.10 Uhr aufstehen, ab in den Bus und auf zum Besuch des sagenhaften Sonnentempels Modhera. Wir durften die grandiose Architektur bei Sonnenaufgang erleben. Weiterfahrt zu unserem eigentlichen Ziel, die Stadt Patan, in welcher heute geflogen werden sollte. Uns wurde ein kaum beschreibbarer Empfang bereitet. Die Menschen tobten, diese Begeisterung und Stimmung wird unvergesslich bleiben. Hunderte helfende Hände, jeder aufsteigende Drachen eine Sensation. Auch in Patan erwartete uns eine liebevoll geschmückte Kabine, welche wir mit unseren Drachen dekorierten. Der Wind war wohl eher am unteren Level, was soll’s, da war halt Laufen angesagt, alle gaben ihr Bestes. Als Bonus für den tollen Tag erwartete uns noch ein Besuch in dem sogenannten Prinzessinnenbad, dem RAVI-KI-VAV. |
Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Nach einem Abendessen im Tirupati Natural Park kamen wir 23.00 Uhr im Hotel an. Die Nacht war kurz, denn am nächsten Morgen 6.00 Uhr war Abfahrt zu unserer 3. Stadt, in welcher wir unsere Drachen fliegen durften. Surendrangar war das Ziel. Wie an unseren anderen Einsatzorten, empfingen uns die Menschen wie „Popstars“ Jeder von uns gab sein Bestes, um bei wieder sehr mäßigem, sich ständig drehendem Wind Drachen zu fliegen, Autogramme zu geben, Hände zu schütteln und geduldig die vielen Fragen zu beantworten. Ein mit vielen Eindrücken beladener Tag ging nach einer langen Rückfahrt um 23.00 Uhr zu Ende. 14. Januar 2005, der Tag des traditionellen Hindufestes Uttarayan sollte der Höhepunkt der Reise sein. Ganz Ahmedabad ist auf den Füßen, überall werden Patangs geflogen, auf den Straßen, Kreuzungen und wohl auf jedem verfügbaren Dach in Ahmedabad. Kinder wie auch Erwachsene jeden Standes fliegen an diesem Tag Patangs. Wir sind beim Minister eingeladen, um auf dem Dach seines Hauses an dem Ereignis teilzunehmen. Traditionelle Hupen ertönen, Jubel der sich bekämpfenden Patangflieger, gleich ob der eigene Drachen abgeschnitten wurde, oder ob man selbst einen Drachen abgeschnitten hat. Am Abend werden die Leinen der Drachen mit Laternen bestückt, ein Wunder, dass dabei nicht die halbe Stadt abbrennt. Bei all der Begeisterung sind in diesem Jahr bei den Drachenkämpfen etwa 8 Menschen tragisch umgekommen. Diese Unfälle passieren jährlich, trotz ständig in den Medien veröffentlichten Verhaltensregeln. Die Drachenbegeisterung kennt keine Grenzen. Am nächsten Tag durchstreiften wir die Altstadt mit all ihren Gerüchen, Treiben und Märkten, die ersten Drachenfreunde bereiteten sich schon auf die Abreise vor. Das offizielle Kite Festival fand sein Ende. Unser Abflug war für den 18. Januar vorgesehen. Um Mitternacht Ortszeit ging es mit dem Taxi zum Flughafen. Das Einchecken verlief problemlos, obwohl wegen des Übergepäcks das Zittern angesagt war. Glück gehabt. Das Personal drückte ein Auge zu, als es mitbekam, dass wir Drachenflieger sind. Zu unserer Überraschung sollten wir eine andere Strecke fliegen, als vermutet. Also von Ahmedabad nach Mumbay über Dehli nach Frankfurt. Nach etwa 28 Stunden waren wir wieder in unserem trauten Heim. Wir sind froh, diese Reise gemacht zu haben, es war beeindruckend, die vielen Menschen in ihrer Begeisterung und trotz teilweiser Armut immer freundlich lachend und fröhlich erleben zu dürfen. Wir danken dem gesamten Organisationsteam, welches sich viel Mühe mit uns gab, und wirklich alles mit einer guten Organisation geregelt hat |
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